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Kaffeevollautomat richtig einstellen: Mahlgrad für Vollautomaten, Kaffeestärke und Wassermenge

Mahlgrad am Kaffeevollautomaten richtig einstellen: Wann fein, wann grob, wie du bitteren, sauren oder wässrigen Kaffee korrigierst, welche Rolle Kaffeestärke und Wassermenge spielen und was bei DeLonghi, Philips und Siemens zu beachten ist.

Aktualisiert am 14. September 2026

Der Mahlgrad am Kaffeevollautomaten bestimmt, wie lange das Wasser Kontakt mit dem Kaffeepulver hat, und damit, ob der Kaffee ausgewogen und aromatisch, bitter oder wässrig schmeckt. Wer den Kaffeevollautomaten richtig einstellen will, braucht drei Dinge: den passenden Mahlgrad, die passende Kaffeestärke und die passende Wassermenge. Die Regel: Schmeckt der Kaffee dünn, sauer oder läuft er zu schnell durch, stellst du den Mahlgrad feiner. Schmeckt er bitter, verbrannt oder tropft nur, stellst du ihn gröber. Verstellt wird immer nur eine Stufe auf einmal, und zwar bei laufendem Mahlwerk; die Änderung zeigt sich erst ab der zweiten oder dritten Tasse. Diese Anleitung erklärt, wie du den richtigen Mahlgrad findest, wie die Skalen bei DeLonghi, Philips und Siemens zu lesen sind und welche Rolle Kaffeestärke, Wassermenge und Bohne spielen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fein = stärker, mehr Crema, mehr Bitterstoffe. Grob = milder, dünner, mehr Säure. Der Mahlgrad steuert die Extraktion, nicht die Kaffeemenge.
  • Kleine Zahl = fein, große Zahl = grob, bei fast allen Herstellern (DeLonghi 1 bis 7 oder 1 bis 13, Philips 1 bis 12, Siemens Symbolskala). Werkseinstellung ist meist die Mitte.
  • Nur bei laufendem Mahlwerk verstellen und nur eine Stufe pro Anpassung. Sonst verkantet das Mahlwerk oder die Änderung ist zu grob.
  • Zwei bis drei Bezüge abwarten, bevor du bewertest. In der Mühle liegt noch Kaffeemehl der alten Einstellung.
  • Mahlgrad, Kaffeestärke und Wassermenge zusammen denken: Kaffee zu dünn heißt oft nicht „feiner mahlen”, sondern „weniger Wasser oder mehr Bohnen”.

Warum der Mahlgrad so wichtig ist

Ein Kaffeevollautomat brüht wie eine Espressomaschine: Wasser wird mit Druck durch verdichtetes Kaffeepulver gepresst, in 20 bis 30 Sekunden. Wie viel Aroma, Säure und Bitterstoffe das Wasser dabei aus dem Kaffee löst, hängt von der Kontaktzeit ab, und die hängt vom Mahlgrad ab:

  • Feiner Mahlgrad bedeutet mehr Oberfläche und mehr Widerstand. Das Wasser läuft langsamer durch, löst mehr Stoffe: mehr Körper, mehr Crema, mehr Bitterstoffe. Zu fein gemahlen wird der Kaffee bitter, verbrannt, tropft nur noch heraus.
  • Grober Mahlgrad bedeutet weniger Widerstand. Das Wasser läuft schnell durch, löst weniger: heller, dünner, säurebetonter. Zu grob gemahlen schmeckt der Kaffee wässrig, sauer und hat kaum Crema.

Das Ziel ist die Mitte: eine optimale Extraktion, bei der Süße, Säure und Bitterkeit ausgewogen sind und der Kaffee aromatisch schmeckt. Bei Espresso zeigt sich das an einer haselnussbraunen Crema mit feinen Streifen und einer Bezugszeit von rund 25 Sekunden für einen einfachen Espresso.

Die Mahlgrad-Skalen von DeLonghi, Philips, Siemens und Melitta

HerstellerSkalaFeinGrobWerkseinstellungVerstellen
DeLonghi (Magnifica S, Evo, Dinamica)1 bis 7 (bzw. 13 Rasten)174 bis 5Drehknopf im Bohnenbehälter, nur bei laufendem Mahlwerk
Philips (2200, 3300, 5400)1 bis 121126 bis 7Knopf im Bohnenbehälter, nur bei laufendem Mahlwerk
Siemens EQ-SeriePunkte/Symbolkleiner Punktgroßer PunktMitteDrehregler, nur bei laufendem Mahlwerk
Melitta (Solo, Purista)1 bis 5153Hebel hinter der Abdeckung, bei laufendem Mahlwerk
Jura, Nivona1 bis 6 oder fein/grob16MitteDrehknopf oder Menü
Tchibo Esperto3 StufenmittelHebel im Bohnenbehälter

Die Antwort auf die häufigste Frage: Mahlgrad 1 ist fein, bei allen genannten Herstellern. Wer den Kaffee stärker will, dreht Richtung 1, wer ihn milder will, Richtung Ende der Skala.

Anleitung: Mahlgrad am Kaffeevollautomaten in fünf Schritten einstellen

  1. Ausgangspunkt notieren. Stell die Werkseinstellung fest (meist Mitte) und bezieh einen Espresso mit mittlerer Kaffeestärke und der Standard-Wassermenge. Bewerte Crema, Geschmack und Durchlaufzeit.
  2. Diagnose stellen. Bitter, verbrannt, dunkle Crema, tropfender Auslauf: zu fein. Sauer, dünn, wässrig, helle oder keine Crema, schneller Durchlauf: zu grob.
  3. Eine Stufe verstellen, während das Mahlwerk läuft. Getränk starten, sobald die Mühle mahlt am Knopf oder Hebel drehen. Bei stehendem Mahlwerk können Bohnen zwischen den Mahlscheiben blockieren.
  4. Zwei bis drei Tassen beziehen. Die erste Tasse enthält noch Kaffeemehl der alten Einstellung. Erst die dritte zeigt das neue Ergebnis.
  5. Wiederholen, bis es passt. Dann Kaffeestärke und Wassermenge feinjustieren, nicht mehr den Mahlgrad.

Bei jedem Bohnenwechsel beginnt das Spiel von vorn. Dunkle Röstungen sind spröder und brauchen meist eine gröbere Stufe, helle Röstungen sind härter und brauchen eine feinere. Welche Bohnen sich für Vollautomaten eignen: Kaffeebohnen für Vollautomaten.

Kaffee schmeckt bitter, sauer oder wässrig: Fehlerbilder und ihre Lösung

Kaffee schmeckt bitter

Zu fein gemahlen oder zu viel Kaffee bei zu wenig Wasser. Mahlgrad eine Stufe gröber, Kaffeestärke eine Stufe niedriger. Wenn auch das nicht hilft: Brühtemperatur senken (bei Philips, Melitta und Siemens im Menü möglich) oder eine mildere Bohne. Bitterkeit kann auch aus verkalkten Leitungen und alten Kaffeeölen in der Brühgruppe kommen, siehe Kaffeevollautomat entkalken und reinigen.

Kaffee schmeckt sauer

Zu grob gemahlen oder zu kalt gebrüht. Mahlgrad eine Stufe feiner, Temperatur erhöhen. Helle Röstungen bringen von Natur aus mehr Säure mit; im Vollautomaten sind sie schwer auszubalancieren.

Kaffee ist zu dünn oder wässrig

Der häufigste Fehler mit der falschen Lösung. Dünner Kaffee liegt meist an zu viel Wasser für zu wenig Kaffeepulver, nicht am Mahlgrad. Erst Kaffeestärke hoch und Wassermenge runter (bei „Kaffee” oder „Caffè Crema” 120 statt 180 Milliliter), dann Mahlgrad eine Stufe feiner. Wer einen großen Becher will, bezieht zweimal Kaffee statt einmal doppelte Menge, oder nutzt die Doppelbezugs-Funktion, bei der zweimal gemahlen wird (Siemens aromaDouble Shot).

Kaffee hat keine Crema

Zu grob gemahlen, alte Bohnen oder eine reine Arabica-Röstung mit wenig Öl. Mahlgrad feiner, frische Bohnen (Röstdatum unter acht Wochen), Mischung mit Robusta-Anteil.

Kaffee tropft nur noch heraus

Zu fein gemahlen, das Wasser kommt nicht durch. Mahlgrad zwei Stufen gröber, Brühgruppe herausnehmen und abspülen, weil der zu feine Puck oft nicht sauber ausgeworfen wurde.

Kaffee schmeckt nach dem Bohnenwechsel plötzlich anders

Normal. Jede Röstung braucht ihren Mahlgrad. Zwei bis drei Tassen mit der neuen Bohne beziehen, dann nach Fehlerbild anpassen.

Mahlgrad für Vollautomaten: Espresso und Caffè Crema optimal eingestellt

Ein Vollautomat hat nur einen Mahlgrad für alle Getränke. Wer Espresso und große Tasse Kaffee trinkt, muss einen Kompromiss finden:

  • Espresso-Trinker: Mahlgrad fein bis mittelfein (DeLonghi 3 bis 4, Philips 4 bis 6), Kaffeestärke hoch, 30 bis 40 Milliliter.
  • Caffè-Crema-Trinker: Mahlgrad mittel (DeLonghi 4 bis 5, Philips 6 bis 8), Kaffeestärke mittel bis hoch, 120 bis 150 Milliliter.
  • Beides: Mahlgrad mittel, Espresso über die höchste Kaffeestärke und kleine Wassermenge, Kaffee über die mittlere Stärke. So funktioniert es bei den meisten Geräten ohne ständiges Umstellen.

Für Cappuccino und Latte Macchiato gilt: Der Espresso darunter darf kräftiger sein, weil die Milch ihn abmildert. Mahlgrad eine Stufe feiner als für Espresso pur oder Kaffeestärke höher.

Kaffeemenge, Wassermenge und Brühtemperatur: die anderen Stellschrauben

Der Mahlgrad ist nur eine von vier Einstellungen, die die Zubereitung bestimmen. Die anderen drei sind schneller verändert und oft die bessere erste Maßnahme:

  • Kaffeestärke (Aroma-Regler, Bohnensymbole) regelt die Kaffeemenge pro Bezug, meist 7 bis 12 Gramm. Mehr Kaffee bei gleicher Wassermenge heißt stärkerer, vollerer Kaffee ohne mehr Bitterkeit.
  • Wassermenge (Tassensymbol, „Menge”) regelt, wie viel Wasser durch dieselbe Kaffeemenge läuft. Weniger Wasser heißt konzentrierter; mehr Wasser heißt nicht „mehr Kaffee”, sondern „mehr dünner Kaffee”.
  • Temperatur (im Menü, meist drei Stufen) beeinflusst Säure und Bitterkeit: heißer löst mehr Bitterstoffe, kühler mehr Säure.
  • Vorbrühen (Melitta, Jura, Siemens) feuchtet das Kaffeemehl vor dem Brühen an und gleicht Mahlgrad-Fehler etwas aus.

Häufig gestellte Fragen

Bei welchem Mahlgrad wird der Kaffee stärker?

Bei feinerem Mahlgrad (kleinere Zahl). Das Wasser hat länger Kontakt und löst mehr Stoffe. „Stärker” im Sinn von mehr Kaffee bei gleicher Wassermenge erreichst du aber über die Kaffeestärke-Einstellung, nicht über den Mahlgrad.

Bei welchem Mahlgrad erhalte ich die beste Crema?

Bei feinem bis mittelfeinem Mahlgrad mit frischen Bohnen. Zu grob ergibt keine Crema, zu fein eine dunkle, dünne Crema mit hellen Flecken. Robusta-Anteil in der Bohne verstärkt die Crema unabhängig vom Mahlgrad.

Ist Mahlgrad 1 fein oder grob?

Fein. Bei DeLonghi, Philips, Melitta, Jura und Nivona ist die kleinste Zahl die feinste Einstellung. Bei Siemens zeigt der kleine Punkt fein, der große grob.

Warum darf man den Mahlgrad nur bei laufendem Mahlwerk verstellen?

Weil im Stillstand Bohnen zwischen den Mahlscheiben liegen. Wird die Mühle dann enger gestellt, klemmen die Bohnen, das Mahlwerk blockiert oder die Verstellung greift nicht. Im Lauf sind die Scheiben frei.

Welcher Mahlgrad passt zu meiner Bohne?

Dunkle, ölige Röstungen: mittel bis grob. Mittlere Espresso-Röstungen: mittel. Helle Röstungen: fein. Immer eine Stufe pro Bohnenwechsel anpassen und nach drei Tassen bewerten.

Wie oft muss man das Mahlwerk reinigen?

Alle vier bis acht Wochen mit Mahlwerk-Reinigungsgranulat oder einem Pinsel, bei öligen Bohnen häufiger. Ein verklebtes Mahlwerk mahlt ungleichmäßig, und dann hilft kein Mahlgrad mehr.

Welche Kaffeebohnen welchen Mahlgrad brauchen

Dunkle, spröde Röstungen lassen sich leicht mahlen und brauchen einen gröberen Mahlgrad, helle und harte Bohnen einen feineren. Ölige Bohnen verkleben das Mahlwerk und mahlen ungleichmäßig, egal welche Stufe eingestellt ist. Wer die Bohne wechselt, stellt den Kaffeevollautomaten deshalb neu ein: eine Stufe, drei Tassen, bewerten.

Fazit

Der richtige Mahlgrad ist keine Einstellung, sondern ein Abgleich: Bohne, Kaffeestärke, Wassermenge und Mahlgrad müssen zusammenpassen. Wer nach dem Fehlerbild vorgeht (bitter: gröber, sauer und dünn: feiner, wässrig: erst Stärke und Wasser), bei laufendem Mahlwerk eine Stufe verstellt und drei Tassen abwartet, hat den Kaffeevollautomaten in einer Viertelstunde richtig eingestellt, und der Kaffee wird so schmecken, wie die Bohne es kann. Wie sich der Mahlgrad bei anderen Zubereitungen verhält, zeigt der Ratgeber Kaffeezubereitung zu Hause; wer noch kein Gerät hat, findet es in der Kaufberatung Kaffeevollautomat.

Mehr zum Thema findest du in der Rubrik Kaffeevollautomaten . Einen Überblick über alle Beiträge gibt die Artikelübersicht.

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